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Friday, January 21, 2022

Shooting in English

Vor Kurzem hat jemand in einer Facebook-Gruppe für Falkner eine Frage gepostet:

Gäbe es zufällig Falkner aus Bayern, deren Tiere man für ein Shooting buchen könnte?

Ich bin Amerikanerin und meine Muttersprache ist Englisch. „Shooting“ ist ein englisches Wort und bedeutet „Schießerei“. Also, nein, ich bin mir sicher, dass keine Falkner – egal wo – würden zulassen, dass ihre Greifvögel und Eulen für eine Schießerei gebucht werden.

Wenn ich meinen Eltern eine E-Mail mit dem Betreff „Shooting at a falconry center“ schreiben würde, würden sie schockiert weiterlesen, um zu schauen wie viele Menschen und Tiere erschossen wurden. Es passiert immer wieder in den USA. Ok, eher in Schulen und Gebetshäusern als in Falknereien, aber du verstehst, was ich meine.

Das könnte ein Fotoshooting sein.


Ich weiß, viele Deutsche denken, "Shooting" ist eine Kurzform von "Fotoshooting". So steht es sogar auf dict.cc. Aber das ist leider nicht so. Und weil Amis (besonders wir aus dem Mittelwesten) so ungeheuer höflich und nett sind, werden wir euch niemals korrigieren. Wir werden kurz mit großen Augen schauen, versuchen das Kopfkino schnell umzustellen, oder, wie immer wenn wir etwas nicht verstehen - lächeln und nicken.

Wir hören "Shooting" und unser Kopfkino fängt hier an.

Aber jetzt sage ich es, meine liebe deutsche LeserInnen…bitte hör auf, „Shooting“ zu sagen und zu schreiben. Es ist „photo shooting“ oder „Fotoshooting“. Ganz ehrlich.

Stell dir vor, wir Amerikaner fangen an, das deutsche Wort „Schießerei“ zu benutzen, weil Fremdwörter cool sind:

  • „Are there any dog owners out there who book their pets for a Schießerei? I need some practice!”
  • “There was a Schießerei before my friend’s wedding last weekend. It was so nice!”
  • „When we arrived at Ludwigsburg Castle for our tour, there was Schießerei going on!”
  • “I’m available for Schießereien! Click here for my prices.”



Das könnte ein Fotoshooting sein,
aber kein Shooting!


Ich gebe zu, wir verwenden verschiedene Versionen von "to shoot" auch im Bereich Fotografie und Filme:
  • "How many pictures did you shoot today?"  (Fotos machen)
  • "Oh, that's a good shot!"*
  • "I got a lucky shot of a falcon the other day."   (Foto)
  • "How long did the shoot take yesterday?"    (Foto- oder Filmentermin)
*Das kann beides bedeuten: Du hast ein tolles Foto gemacht, oder du hast [mit einem Gewehr] gut geschossen. Aber für die zweite Bedeutung (gut geschossen), würden wir das eher im Präteritum ausdrücken: "That was a good shot."

Aber schau mal. Diese zwei Sätze bedeuten überhaupt nicht das Gleiche!

  • “No one was injured during the shooting yesterday.”   (Amoklauf/Schießerei)
  • "No one was injured during the shoot yesterday.”  (Film/Fotographie)

"Shooting" bedeutet für einen Amerikaner nur eines: eine Schießerei oder ein Amoklauf.

Oder als Verb: In this photo I am shooting at a target.


Es gibt weitere englische Wörter, die Amerikaner anders verstehen, als die Deutschen sie verwenden. 
Beispiele (und zum Schluss ein deutsches Wort, das die Amerikaner falsch verwenden):

  • Handy (für Amis ist das ein adjektiv und bedeutet "griffbereit")
  • Public Viewing (vor einer Beerdigung, wenn der Sarg offen liegt, damit man dem Verstorbenen seine letzte Ehre erweisen kann)
  • Backside (Po;  für "Rückseite" braucht man ein Leerzeichen - "back side")
  • Body bag  (Leichensack)
  • Football  (amerikanischer Fußball, NFL)
  • Foosball, "Fußball"  (Tischkicker)



P.S. Ich begrüße Korrekturen, wenn ich etwas falsch formuliere. Schick mir eine E-Mail (link oben)!



Friday, December 3, 2021

Drückjagd: Ausrüstung

Am Wochenende sind wir auf unserer ersten Drückjagd als Schützen. Wir waren schon viermal Treiber, und wir freuen uns auf diese neue Gelegenheit, obwohl das Wetter absolut scheiße sein wird: Regen, Wind, Kälte (na ja, nicht "Kälte" nach Wisconsin-Standard). Es könnte sicher schlimmer sein, aber wir werden nass werden.

Was bringt man mit, wenn man auf Drückjagd geht? Da habe ich Verschiedenes gehört und gelesen. Einer sagt, nimm weniger mit, einer sagt, nimm mehr mit, denn schlimmstenfalls schleppst du Einiges unbenutzt wieder zum Auto. Aber was du nicht dabei hast, hast du halt nicht. Diese Empfehlung passt mir.

Also...am wichtigsten sind natürlich

  • Jagdschein und Schießnachweis
  • Gewehr und Munition
  • Wetterangepasste Kleidung

Aber was kommt noch in den Rucksack? Zwischen Tipps von anderen Jägern und der Kenntnis, was ich schon immer bei mir brauche, habe ich eine Liste erstellt. Und wie Santa, habe ich sie zweimal gecheckt.



Eine Decke & 1-2 Handtücher: Die kleine Decke kann ich wahrscheinlich lassen, aber die Handtücher brauche ich, um meinen Sitz, meine Büchse und weiß der Geier noch was zu trocknen.

Extra Handschuhe & Handwärmer: Wenn mein erstes Paar durchnässt ist, habe ich das nächste Paar bereit.

Gehörschutz: Ich schieße nicht ohne ihn.

Reisepass/Personalausweis: Wir kennen den Jagdpächter persönlich, aber in Deutschland gibt es eine Ausweispflicht.

Digitales COVID-Zertifikat der EU: Falls mein Handy oder die CovPass App nicht funktioniert, habe ich meinen Impfnachweis auch auf Papier.

€20: Jeder Schütze ohne jagdtauglichen Hund bezahlt €20 für den Unkostenbeitrag für Treiber, Hunde und Verpflegung. Wir waren schon Treiber. Wir wissen, was sie einbringen!

Plastikbeutel/Ziplock: Weil mein Rucksack nicht Wasserfest ist, tue ich alle meine Papiere da rein (Jagdschein, Reisepass, Impfnachweis, €20).

Taschentücher: Die habe ich sowieso immer dabei. Und Schnupfen, wenn man leise sein will passt nicht.

Extra signalfarbene Mütze und Kappe: Es wird nicht lange dauern, bis ich diese brauche, weil die ersten durchnässt sind. Danke, Exondo!

Sitzkissen: Ein Kissen ist es nicht wirklich, aber ein faltbares Ding, auf dem ich sitzen kann (der Sitz wird nass sein).

Messer: Man geht nicht ohne Messer auf die Jagd.

Ohnmachtssnickers, Müsliriegel, String Cheese, Wasser: Weil ich vorher nichts essen kann (hab einen nervösen Magen), muss ich etwas zum Vespern dabei haben.

Halsbonbons und Traubenzucker: Gegen Husten, trockenen Hals und Unterzuckerung. In Saarland habe ich gelernt, es dauert ca. 20 Minuten, um ein Halsbonbon zu lutschen. 

Fernglas: Braucht man, z.B. um das Wild anzusprechen.

Notizblock und Kuli: Für Notizen zum Schuss, Anschuss, Uhrzeit, usw. Wirst du dich nach "Hahn in Ruh" an alles noch erinnern, was wichtig ist? Ich als Jungjägerin verlasse ich mich nicht darauf.

Regenponcho: Wenn ich weiß, es wird trocken sein, dann brauche ich das nicht. Aber Regen ist dieses Wochenende angesagt, das ist sicher.

Extra Halstuch: Weil ich noch genug Platz habe.

Nasen-Mund-Schutz/FFP2 Maske: Weil es 2021 ist und wir noch mit Corona kämpfen, braucht man immer eine FFP2 Maske. Wir müssen sie beim Anmelden und zum Schluss tragen - wenn wir zusammen mit anderen sind, auch wenn wir Abstand halten.

UPDATE: Kabelbinder!! Hätten wir etwas geschossen, hätten wir unsere Marke mit einem Kabelbinder am Bein des Stückes festmachen müssen.

Andreas Bach (in Wild und Hund, "der bewegte Schuss") schreibt, "Viel Ausrüstung wird oft belächelt." Das ist mir egal. Frag aber nicht, was ich alles noch im Auto habe! 😉  Das Zeug kommt nicht mit auf dem Drückjagdstand, aber ich weiß, dass ich nach der Jagd auch alles habe, was ich vielleicht brauche (inklusive einen komplett Wechsel meiner Kleidung!). Nach der Jagd werde ich wissen, was überflüssig war.


Warum jagen wir? Damit wir gut essen können. Wir wollen unser Weihnachtsreh erlegen, weil Rehrücken mit Kräuternusskruste zu Weihnachten schon seit drei Jahren bei uns Tradition ist.



Weidmannsheil!!


Friday, October 29, 2021

Krähenbeizjagd

Anfang September war Hekate, der Harris Hawk (amerikanischer Wüstenbussard) unserer Falkner-Mentorin, soweit mit der Mauser fertig, dass sie mit der Krähenjagd beginnen konnte. Sie ist 4 Jahre alt und vom 5. Flug. Ihr erster Flug war die Jagdsaison nach dem Schlüpfen, bevor sie ein Jahr alt war. In dieser ersten Training-Saison ist der Beizvogel noch etwas unbeholfen, aber sie bekommt ihre ersten Erfahrungen mit der Beute, die sie später bejagen wird.


Hinweis: Die Fotos, die ich hier veröffentliche, sind nicht blutig oder grausam, aber einige zeigen einen Beizvogel, der Fleisch atzt (frisst) – entweder von der Beute, die er erlegt hat, oder vom Falkner zubereitet. So ähnlich wie das, was deine Katze aus dem Garten ins Haus mitbringt, wenn sie rausgehen darf.

Diesen Blogeintrag habe ich auch auf Englisch veröffentlicht.

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich mit Hekate und ihrer Falknerin unterwegs gewesen bin (2-3 Mal pro Woche), aber es ist jedes Mal ein unglaubliches Erlebnis! Manchmal bin ich die Fahrerin, die uns zwischen den verschiedenen Jagdgebieten hin- und herfährt, und ich habe öfters das große Privileg, Hekate auf die Krähen loszulassen, die wir erspäht haben. Die ersten beiden Male, die sie von meinem Handschuh aus geflogen ist, hat sie jeweils eine Krähe gefangen! Das war mein erstes Gefühl von "Jagdfieber" - nicht "the thrill of the kill", wie es unzureichend ins Englische übersetzt wird, sondern ein überwältigendes Gefühl der Emotion und Vollendung - auch wenn es Hekates Erfolg war! Ja, wir arbeiten als Team, und es kann sein, dass sie die Krähe nicht bekommt, weil ich einen Fehler mache, aber die harte Arbeit, die Krähe tatsächlich mit ihren Krallen zu packen und festzuhalten, ist ihre.

Hekate beim Manteln
"Meins! Nicht deins. Meins-meins-meins!!"

Nachdem die Falknerin den Beizvogel auf die Krähen geworfen hat, muss sie ihm helfen oder den Vogel zurückholen. Wenn Hekate ihre Krähe erwischt hat, muss die Falknerin dorthin rennen, wo sie auf ihrer Beute sitzt, und die Arbeit zu Ende bringen, da die ziemlich geschockte Krähe zu diesem Zeitpunkt nur "größtenteils tot" ist (danke, Miracle Max). Zu Beginn der Saison darf der Beizvogel so viel von der Krähe rupfen und atzen, wie er will. Das ist die Belohnung für eine gut gemachte Arbeit. Später kann sie durch einen kleineren Snack abgelenkt und von der Krähe entfernt werden (sie vergisst die große leckere Krähe, während sie den Snack verschlingt), so dass sie wieder jagdbereit ist.

Wenn Hekate die Krähe nicht erwischt hat (ein „Fehlflug“), ruft der Falkner sie mit einem Tidbit (Leckerbissen) auf dem Handschuh zurück. Manchmal ist der Tidbit (ein kleines Stückle Fleisch) nicht überzeugend genug, dann holt die Falknerin das unwiderstehliche Eintagsküken aus ihrer Tasche und legt es verlockend auf den Handschuh oder wirft es ein paar Mal in die Luft (um es wieder in die Tasche zu stecken, wenn Hekate auf dem Weg zum Handschuh ist). Hekate sieht das von dem Baum aus, auf dem sie gerade sitzt, auch wenn ich sie nicht sehen kann. Natürlich hoffen wir Falkner, dass Hekate erfolgreich ist und ihre Krähe erlegt, aber - und das kann ich gar nicht genug betonen - es ist eines der coolsten Dinge überhaupt, wenn dieser wunderschöne Beizvogel sich dazu entschließt, von einem gemütlichen Baum in der Ferne zu meinem Handschuh zurückzufliegen.

Aik und seine Falknerin

Hekate jagt eindeutig gern. Während wir Falknerinnen nach den Krähen suchen, sitzt sie nicht bloß auf dem Handschuh und döst. Mit ihren Adleraugen (hier ist Englisch besser: hawk-eyes!) kann sie weiter und besser sehen als wir, und sie streckt ihren Hals so hoch wie möglich, um über Hindernisse hinwegzusehen, und reckt den Hals, um um einen Baum oder ein Maisfeld zu gucken. Nach einem "Fehlflug" setzt sie sich wieder auf den Handschuh und fühlt sich vielleicht ein bisschen betrogen ("Ich dachte, das wäre ein leckeres Küken auf deinem Handschuh!"), aber sobald sie mit dem Stoß wackelt und sich aufplustert, wissen wir, dass sie wieder bereit ist.

"Komm doch, Mensch. Ich sehe Krähen!"

Ich fand es schon cool, mit einem Vogel auf Krähenbeizjagd zu gehen. Dann trafen wir Nina und ihren Harris Hawk Terzel, Aik. Er ist ein Halbbruder von Hekate, jünger und war noch unerfahren. Als ich das erste Mal mit ihnen unterwegs war, hat Nina Aik auf mehrere Krähen geworfen, aber er war nicht wirklich bei der Sache. Dann nahm ich ihn auf meinen Handschuh, damit er Hekate ein paar Mal beobachten konnte, und nachdem er vor Eifersucht auf ihre beiden Krähen gekrächzt hatte, schickte Nina ihn wieder los. Danach ist er gut geflogen und hat die Krähe fast erwischt und hat nicht so schnell aufgegeben. Beim zweiten Mal, als wir mit ihnen unterwegs waren, bekam Aik seine erste Krähe und durfte sich satt kropfen. Good bird!

"Ham will!!"



Erfolg! Falknersheil!!

Wir waren auch mit Ben und Ayla beizen, ein Harris Hawk, mit dem Ben arbeitet, während ihre Falknerin, Mina, sich von einer Krankheit erholt. Mina ist diejenige, die mich mit Hekate und ihrer Falknerin zusammengebracht hat! Ich hatte Mina über eine Facebook-Falknerei-Gruppe kennengelernt, als ich sie nach der Firma fragte, die ihre Voliere gebaut hatte. Und obwohl ich Mina noch nicht persönlich kennengelernt habe, habe ich zweimal Zeit mit ihrem Harris Hawk verbracht (das erste Mal war bei der Landesgartenschau)!

Ben macht Ayla fest
während sie denkt, "Meins! Meins-meins-meins!"


Wo gehen wir auf die Beizjagd? Obwohl die schlauen Krähen Schädlinge sind, die die meisten Menschen gerne loswerden möchten, können wir nicht einfach jagen, wo wir wollen. Hekate und ihre Falknerin haben die Erlaubnis, Krähen und gelegentlich Nilgänse oder Tauben in verschiedenen Revieren im Rheintal, bei Stuttgart und "hier oben", nicht weit von ihrem Wohnort entfernt, zu jagen. Wir brauchen diese schriftliche Jagderlaubnis zusammen mit unseren Falknerjagdscheinen, wenn wir in den Jagdgebieten unterwegs sind.

 

Wenn die Beizjagd für den Tag beendet ist, bringen wir Hekate zurück in ihre Voliere und sie bekommt eine saftige und federige oder pelzige Belohnung für ihre Bemühungen und/oder ihren Erfolg. Ihre Körpersprache und ihre Seitenblick zeigen, dass sie nicht gerne teilt. Kurz nachdem ich dieses Foto gemacht hatte, ließ sie ihre Flügel herunter, um ihre Belohnung zu verdecken, falls ich etwas für mich haben wollte.

Spoiler-Alert: Das hab' ich nicht.


Was machen wir mit den Krähen? Sie werden nicht einfach weggeworfen, sondern sind Nahrung für die Harris Hawks jetzt und während der Mauser! Wir nehmen sie aus, schneiden die Brüste heraus, die, wie mir Hekates Falknerin versichert, köstlich sein können, wenn sie richtig zubereitet werden, portionieren die verbleibenden Flügel, Beine, Schwanz und Brustknochen und frieren sie für später ein.


Aik und seine Beute
Foto von NM


Aus den Flügeln machen wir Federspiele, die wir zum Training nach der Mauser verwenden, und ich trockne zu diesem Zweck 2 Paar Flügel in unserem Keller. Oder Hekate bekommt einen aufgetauten Flügel, wenn sie etwas zum Spielen und Knabbern braucht, da sie ziemlich lange beim Rupfen beschäftigt ist, bevor sie an das Fleisch kommt. Der Stoß passt für ein kleineres Federspiel. Ein Greifvogel braucht auch Knochen für Kalzium, damit sein Verdauungssystem normal funktioniert und um seinen Schnabel zu kürzen. Indem Hekate mit Teilen der Krähe gefüttert wird, simuliert ihre Falknerin, wie sie sich in freier Wildbahn selbst versorgen würde.

Als unser Falknerkurs vor einem Jahr begann, war ich nicht sicher, welche Richtung ich mit der Falknerei genau einschlagen wollte. Jetzt weiß ich es aber ganz sicher. Die Krähenbeizjagd mit Harris Hawks ist so unglaublich faszinierend und belebend! Ich muss alle paar Tage früh aufstehen - in der Regel zwischen 5:00 und 6:00 Uhr - und das mache ich gerne. Ich freue mich auf jede Beizjagdgelegenheit!

Ich freue mich auch darauf, im nächsten Jahr unseren eigenen Vogel abzutragen, mit all den Herausforderungen, die das mit sich bringt, und schließlich mit Hekate, ihrer Falknerin und anderen Falknerinnen und Falknern auf die Beizjagd zu gehen. Ich habe Kontakt mit dem Züchter geknüpft, unser Antrag für die Baugenehmigung der Voliere ist beim Bauamt und wir haben letztes Wochenende einen Geländewagen (einen Suzuki Jimny) gekauft, in dem die Transportbox unseres Vogels passen wird.

Es gibt noch viel zu berichten!

Bis dahin…

FALKNERSHEIL!!


Aik und Hekate mit ihren Falknerinnen
nach einer erfolgreichen Beizjagd
Foto von NM


Translated with the help of Deepl and M.



Monday, May 24, 2021

das grüne Abitur

And now for something a little bit different... I've decided to write this blog post (about what I think one should know before starting a German hunting course) auf Deutsch because it isn't very relevant to English speakers not living in Germany and/or not interested in taking a hunting course here. I'm hoping it can be helpful for Germans starting the journey I started 3 years ago!

Du hast dich gerade entschieden, das „grüne Abitur“ zu machen. Super! Das wirst du nicht bereuen. Egal, was du danach machst, wirst du viel Neues gelernt haben. Wenn du aber so bist, wie ich damals war, dann weißt du nicht genau, was auf dich zukommt. Ich habe mich mit einem Familienfreund mit vielen Jahren Jagderfahrungen getroffen und eine Schule gefunden, eine Schnupperstunde gemacht, und den Schulleiter einige Fragen gestellt, bevor es losging. Ich dachte, ich war bereit. Das war ich nicht.


Ich gebe zu, meine Muttersprache ist Englisch, statt Deutsch. Und ich hatte früher überhaupt nichts mit der Jagd zu tun – weder in den USA noch in Deutschland. Ich war wirklich ein Nullanfänger. Warum wollte ich den Jagdkurs machen und meinen Jagdschein erwerben? Weil das ein Schritt zu meinem Ziel war – Falknerin zu werden.

Öfters während des Jagdkurses habe ich gedacht, „Wenn ich das nur gewusst hätte…!“ Und deswegen schreibe ich diesen Blogeintrag.

Was man wissen soll, bevor man zur Jagdschule geht:

  1. Lern und lies so viel wie möglich bevor dein Kurs anfängt – in Büchern, Lernmaterial von der Schule, Jagdzeitschriften... Mach eine Liste von Fragen, die du während des Kurses stellen kannst. Alle Jagdschulen sagen, man braucht keine Vorkenntnisse, um den Kurs zu machen und die Prüfung zu bestehen. Wenn du aber wirklich  ohne Vorkenntnisse reingehst, musst du sehr viel sehr schnell lernen. (Klar, für mich war das schwieriger wegen der Sprache.)

  2. Bring elektronischen Gehörschutz für den Schießstand! Eine Schießbrille brauchst du auch für Flintenschießen. Eine Schießweste ist empfehlenswert.



    Gehörschutz: Rechts (elektronisch)!!
    Gelpad gegen Rückstoß (sehe unten)

  3. Wenn du vorher nie geschossen hast, wird der Rückstoß wahrscheinlich wehtun. Erwarte auch Prellungen. Privatunterricht mit Büchse und Flinte wäre eine gute Idee, damit du wenigstens weißt, wie man in Anschlag geht, zielt und schießt. Kontaktiere den Jägerverein in deiner Nähe.

  4. Schau dir auch Youtube Lernfilme an. Es gibt viele richtig gute Videos!

  5. Du wirst am Ende jedes Kurstags fix und fertig sein (sehe #9). Das sind lange und anstrengende Tage und viele Informationen werden in deinen Kopf reingestopft. Du musst während der Prüfung vieles davon wieder abrufen. Komm zum Kurs gut ausgeruht.

  6. Wenn (z.B. beim Aufbrechen) der Lehrer um einen Freiwilliger bittet, zögere nicht! Du kriegst unwahrscheinlich eine zweite Chance, und dann gehst du zur Prüfung, ohne einmal geübt zu haben. Learning-by-doing ist am besten.

  7. Bleib mit deinen Fragen im Kurs beim Thema! Deine Geschichten kannst du in den Pausen erzählen. Es gibt nicht genug Zeit im Kurs, um über Themen zu diskutieren, die vielleicht jagdlich relevant und interessant aber nicht prüfungsrelevant sind. Stell keine Fragen, die nur spezifisch dich betreffen. Nimm Rücksicht auf deine Klassenkameraden und stell auch keine Fragen, deren Antworten mit Google zu finden sind (Beispiel: „Was kostet Wildbret heutzutage?“)

  8. Nutze jede Gelegenheit, die die Schule anbietet: Ein paar Stunden abends auf einem Hochsitz, um Wild zu beobachten, auf Treibjagd (als Treiber) zu gehen, am Jagdhundetag teilzunehmen, jede Möglichkeit zum Üben für Waffenhandhabung…


    Kennst du diese zwei Jagdhunderassen?
    Sie sind nicht gleich.

  9. Jeden Tag geht der Kurs normalerweise von 8:00 bis 18:00 oder 20:00. Das ist immer noch nicht genug Zeit um alles zu behandeln. In unserem 3-wöchigen Kurs gab es auch keine Zeit um einen Reviergang zu machen, oder Fallen zu lernen und eine Falle einmal zu spannen. In der Prüfung wird es aber erwartet, dass die Jagdscheinanwärter das schon gesehen und geübt haben. Aber, ich muss sagen, wir haben sehr oft das Aufbrechen von Reh und Schwein gesehen (einmal durften 3 von uns mitmachen). Das war – besonders in Baden-Württemberg – sehr hilfreich für die Prüfung!

  10. Wenn die Schule vor der Prüfung eine Intensivwiederholung anbietet, mach mit!!! Nur in dieser Woche konnten wir einen Reviergang machen und Fallen spannen, und wir haben so viel wie möglich wiederholt, Präparate nochmal angeschaut, usw.

  11. Was du für den Kurs bezahlst ist nur ein Teil von den gesamten Kosten. Mein Kurs hat ca. €1800 + Prüfungsbebühr gekostet, aber dazu kamen:
    • Munition und Schießstandgebühr
    • Heintges Lernbücher und anderes Lernmaterial
    • Heintges Online-Learning-System (empfehlenswert!)
    • Zusätzliche freiwillige Schulungen (z.B. Trichinenprobe entnehmen)
    • Gehörschutz, Schießbrille, Schießweste, Gummi Recoil Pad
    • Unterkunft, Essen, Benzin

    Ms Kurs in Saarland hat ca. €2600 gekostet, inkl. Lernmittel, Munition, und Schießstandgebühr.
Heintges Online-Learning-System


Bevor mein Jagdkurs angefangen hat, habe ich den Schulleiter gefragt, was ich mitbringen sollte – außer Stift und Papier. Seine Antwort lautete: „auch reviertaugliche Kleidung mitbringen für die Aktionen draußen.“ Ich habe nicht gewusst, dass Gehörschutz auf Schießständen Pflicht sind und hatte keine. Man kann von der Schule Gehörschutz ausleihen, aber es gibt nicht genug für alle und sie sind wahrscheinlich nicht elektronisch.

Meine Antwort auf diese Frage wäre das gewesen (meine Jagdschule war nicht vor Ort und ich übernachtete in einer Pension):
  • Elektronischer Gehörschutz (keine Ohrstöpsel und kein passiver Gehörschutz!)
  • Schießweste und Schießbrille, Baseballkappe
  • Traubenzucker (hilft mit der Konzentration beim Schießen)
  • Reviertaugliche Kleidung (inkl. Wanderstiefel und Gummistiefel)
  • Wasser, Kaffee-to-go und Snacks für jeden Tag, besonders für den ersten Tag, bis du weißt, was es in der Schule gibt (Meine Schule hatte Kaffee, Getränke und manchmal Brezeln, in Ms Schule war die Kaffeemaschine kaputt, sie hatten keine Getränke, und es gab nichts in der Nähe.)

Der Jagdschein gilt in allen Bundesländern, aber jedes Bundesland macht es anders. Meine Prüfung (Baden-Württemberg) hat in der Wildkammer angefangen, wo ich ein Reh teilweise aufbrechen musste. M hat während seines Kurses (Saarland) kein Tier von innen gesehen. Wir hatten beide gute Lehrer, aber bei mir haben sie uns vorwiegend die Bücher vorgelesen. Alles sonst, was sie uns erzählt und gezeigt haben war super!

Ohne Zweifel bin ich froh, dass ich das grüne Abitur gemacht habe! Du brauchst keine Angst zu haben es auch zu machen - auch wenn du keine Vorkenntnisse hast - aber wenn du eine Ahnung hast, was dich erwartet, hast du einen Vorteil.



Wednesday, April 11, 2018

Fünf Fragen am Fünften: April 2018

I stumbled across another blog recently that I have enjoyed reading. Until now I have stuck mainly to reading English blogs, but this one is in German, and Nic is a little closer to my age than most of the other bloggers I've come to know. I look forward to reading more.

I've been unsure what to write about again lately, but when I saw her "Fünf Fragen am Fünften" post - in which on the 5th of each month she poses 5 questions which she answers and invites other readers to answer as well - I thought, "Here is a new challenge! Write a blog post in German!" 

Of course, there will be mistakes, which hopefully M will be willing to help me correct...but mistakes are ok when you're writing in a second language, right?

So here we go!

1. Mit welchen berühmten Persönlichkeiten würdest du gerne mal eine wilde Party machen?

Partys - besonders die wilden - sind nicht so mein Ding, aber ein gemeinsames Abendessen mit den folgenden Personen könnte ich mir vorstellen:
  1. Michael Jung (Vielseitigkeitsreiter, 3mal Olympiasieger, wohnt nicht weit von uns!)
  2. Tanja Brandt, Poldi, und/oder Gandalf (Fotografin/Falknerin, Steinkauz, Weißgesichtseule)
  3. Kevin Costner
  4. Sean Connery
  5. Miroslav Klose (Fußballer: "Ich schleppe meinen Kadaver noch ein bisschen rum.")
Michi Jung und fischerRocana, Kentucky 2017
Photo credit: meine Tochter
Yeah, that's him, and no,
I don't know what I was thinking with that hair style.
Photo credit: mein Vater (Kohler, WI 2003)
Und wenn wieder auferstehende Verstorbene auch dabei sein dürften,
  1. Kahlil Gibran (Dichter, Schriftsteller)
  2. Albert Payson Terhune & Lad (mein Lieblingsautor als ich jung war, und sein Collie)
  3. Mark Twain

2. Singst du im Auto, wenn du alleine unterwegs bist?

Wenn ich alleine und nicht nervös bin, ja. Ich singe gerne (alleine), aber wenn ich auf der Autobahn fahre, zum Beispiel, fluche ich öfter als ich singe, weil es so schrecklich furchterregend ist. Gerade heute gab es zwei schwere Unfälle in der Nähe (1mal Autobahn, 1mal schmale, gerade Landstrasse) mit vielen Krankenwagen, Rettungskräften, Hubschraubern...) Gibt es keine anderen Autos um mich herum, was selten der Fall ist, dann kann ich mit meiner Playlist mitsingen.

3. Gibt es Sprüche oder Redewendungen, die ihr regelmäßig benutzt? Wenn ja, welche?

M und ich sagen oft, "Dann hamma koin Stress mehr." Dieser Spruch ist aus dem Film, "Schuh des Manitu". In der Nacht bevor Ranger und Abahachi umgebracht werden sollten, entschuldigt sich Abahachi. Ranger kontert, "Wieso? Jeder hat sein' eignen Marterpfahl...und morgen hamma koin Stress mehr." Das klingt vielleicht etwas makaber, aber wir sehen es eher positiv! Man kann sowieso nichts dagegen, wenn seine Zeit um ist. Also, look on the bright side!
source: Google images
Außerdem sage ich oft, z. B. wenn ich etwas habe fallen lassen, "Echt jetzt?!" oder auf Englisch, "Really?!?" Wenn ich völlig frustriert bin, sage ich "God in Heaven!" (ich weiß - Blasphemie) oder "For f*ck's sake!!" Und jedes Mal, wenn einer von uns irgendetwas über einen Löffel sagt, fragt die/der andere, "Why a spoon, Cousin?" [von "Robin Hood, Prince of Thieves"]. 


4. Glaubst du, dass es Menschen mit einer grundsätzlich positiven oder grundsätzlich negativen Aura gibt?

Ja, aber wenige. Ich kannte einen Mann in Wisconsin - ein Yogalehrer, ein spiritual guru (so scheint er), der bei Mönchen in den Himalaya gewohnt hat, wenn ich mich nicht irre - und jedes Mal wenn ich ihn sah, strahlte er positive Energie. Ich war immer beruhigt, wenn er in meiner Nähe war, obwohl ich ihm selten begegnet bin. So ist es auch mit einem Bekannten hier in Horb. Ich habe ihn gestern zufällig in der Stadt getroffen, und wir saßen eine Weile zusammen. Ich glaube, er ist nie aufgeregt, und wenn man mit ihm unterhält, denkt man, "Er mag es wirklich, mit mir zu reden."

5. Was machst du meistens um drei Uhr nachmittags?

O je, das wird jetzt peinlich. Es ist nicht selten, dass ich um dieser Zeit ein Nickerchen mache. Wenn ich unterrichte, ist das normalerweise morgens. Dann gönne ich mir nachmittags eine Pause. Auch wenn ich nicht arbeite - nach dem Mittagessen lese ich ein bisschen, und irgendwann schlafe ich ein. Vielleicht war ich in einem früheren Leben eine Katze...

doing what cats do best