Friday, January 21, 2022

Shooting in English

Vor Kurzem hat jemand in einer Facebook-Gruppe für Falkner eine Frage gepostet:

Gäbe es zufällig Falkner aus Bayern, deren Tiere man für ein Shooting buchen könnte?

Ich bin Amerikanerin und meine Muttersprache ist Englisch. „Shooting“ ist ein englisches Wort und bedeutet „Schießerei“. Also, nein, ich bin mir sicher, dass keine Falkner – egal wo – würden zulassen, dass ihre Greifvögel und Eulen für eine Schießerei gebucht werden.

Wenn ich meinen Eltern eine E-Mail mit dem Betreff „Shooting at a falconry center“ schreiben würde, würden sie schockiert weiterlesen, um zu schauen wie viele Menschen und Tiere erschossen wurden. Es passiert immer wieder in den USA. Ok, eher in Schulen und Gebetshäusern als in Falknereien, aber du verstehst, was ich meine.

Das könnte ein Fotoshooting sein.


Ich weiß, viele Deutsche denken, "Shooting" ist eine Kurzform von "Fotoshooting". So steht es sogar auf dict.cc. Aber das ist leider nicht so. Und weil Amis (besonders wir aus dem Mittelwesten) so ungeheuer höflich und nett sind, werden wir euch niemals korrigieren. Wir werden kurz mit großen Augen schauen, versuchen das Kopfkino schnell umzustellen, oder, wie immer wenn wir etwas nicht verstehen - lächeln und nicken.

Wir hören "Shooting" und unser Kopfkino fängt hier an.

Aber jetzt sage ich es, meine liebe deutsche LeserInnen…bitte hör auf, „Shooting“ zu sagen und zu schreiben. Es ist „photo shooting“ oder „Fotoshooting“. Ganz ehrlich.

Stell dir vor, wir Amerikaner fangen an, das deutsche Wort „Schießerei“ zu benutzen, weil Fremdwörter cool sind:

  • „Are there any dog owners out there who book their pets for a Schießerei? I need some practice!”
  • “There was a Schießerei before my friend’s wedding last weekend. It was so nice!”
  • „When we arrived at Ludwigsburg Castle for our tour, there was Schießerei going on!”
  • “I’m available for Schießereien! Click here for my prices.”



Das könnte ein Fotoshooting sein,
aber kein Shooting!


Ich gebe zu, wir verwenden verschiedene Versionen von "to shoot" auch im Bereich Fotografie und Filme:
  • "How many pictures did you shoot today?"  (Fotos machen)
  • "Oh, that's a good shot!"*
  • "I got a lucky shot of a falcon the other day."   (Foto)
  • "How long did the shoot take yesterday?"    (Foto- oder Filmentermin)
*Das kann beides bedeuten: Du hast ein tolles Foto gemacht, oder du hast [mit einem Gewehr] gut geschossen. Aber für die zweite Bedeutung (gut geschossen), würden wir das eher im Präteritum ausdrücken: "That was a good shot."

Aber schau mal. Diese zwei Sätze bedeuten überhaupt nicht das Gleiche!

  • “No one was injured during the shooting yesterday.”   (Amoklauf/Schießerei)
  • "No one was injured during the shoot yesterday.”  (Film/Fotographie)

"Shooting" bedeutet für einen Amerikaner nur eines: eine Schießerei oder ein Amoklauf.

Oder als Verb: In this photo I am shooting at a target.


Es gibt weitere englische Wörter, die Amerikaner anders verstehen, als die Deutschen sie verwenden. 
Beispiele (und zum Schluss ein deutsches Wort, das die Amerikaner falsch verwenden):

  • Handy (für Amis ist das ein adjektiv und bedeutet "griffbereit")
  • Public Viewing (vor einer Beerdigung, wenn der Sarg offen liegt, damit man dem Verstorbenen seine letzte Ehre erweisen kann)
  • Backside (Po;  für "Rückseite" braucht man ein Leerzeichen - "back side")
  • Body bag  (Leichensack)
  • Football  (amerikanischer Fußball, NFL)
  • Foosball, "Fußball"  (Tischkicker)



P.S. Ich begrüße Korrekturen, wenn ich etwas falsch formuliere. Schick mir eine E-Mail (link oben)!



Monday, January 10, 2022

The One I Didn't See

Yesterday I had a Harris hawk on my glove who was very disappointed in me. How do I know this? Because of the circumstance and the look on her face as she stared pointedly into my eyes. Am I projecting? Sure. But I’ve been a teacher long enough, and I know that look.

We had spotted a crow strutting around on a sloped field close enough for Hekate to have a good chance, and we had to turn around to get back there. Hekate was on my glove and her falconer was driving. She and I were focused on where we were turning, when suddenly Hekate launched herself to my right. She is not tied to my glove, but I hold her jesses (Geschühriemen) tightly enough between two often frozen fingers that she can’t get loose just by deciding it’s time. As I said to her, “Not yet, there’s nothing th…” I looked to my right and saw a magpie (Elster) standing at a perfect distance, frozen in place. Arg!! It was too late by then because the magpie figured out he’d better bugger off, so Hekate settled herself back on my glove. And then she looked at me.

I don't have a photo of "the look."
This is her usual stern expression.

She’s always looking around for crows and magpies when she’s on my glove. Usually to my right, in front of us, sometimes behind me. Now and then she seems to glance at me but quickly looks away again. I’ve been told and have read many times that one should not look directly at a bird of prey because they see that as a threat. Predators look directly at them, so it’s best if we don’t. Hekate isn’t too bothered by my looking at her, but I also don’t stare.

This is Aik, Hekate's smaller half-brother.
Somehow he has a softer expression than Sis.

Yesterday after the magpie flew off Hekate looked directly at me for longer than a glance. When she’s on my glove her beak – which is sharp enough to tear into a feathery crow or a tasty rabbit – is about 20 cm (7 in) from my face. Yesterday I understood why it’s better not to look directly at one’s hunting partner. In that look I read, “You do that again, Human, and I will f*ck you up.”


This gives an idea how close the bird is.
We're waiting in the car because it's raining.
(That's Aik again)

Hekate’s falconer assures me this happens because we’re human and make mistakes. We miss things. Hekate has better eyes than we have and doesn’t get easily distracted (except by dogs and wheelbarrows, which she hates). Hekate makes mistakes, too at times, but more often than not, it's the falconer's screw-up.

Her falconer and I switched a while after that, and at one point she sent Hekate off after two crows and a Nilgans (Egyptian goose). The crows took off early enough to escape, but the Nilgans was slower. Hekate has not really been in the mood to go after Nilgänse since an incident a year or two ago when one fended her off, and yesterday she flew in that direction but just plopped down near the goose as if to say, “Nope, not today.”

I can’t really blame her. I mean, there was my screw-up, and then when her falconer sent her off after 2 crows with a buzzard not far off, she missed the crows and the buzzard came after her! It was just a brief encounter, and the buzzard flew off when Hekate’s falconer shouted, but that couldn’t have been pleasant. Then with the Nilgans I think she was just done.

We were hawking for about 2.5 hours yesterday and came away with no Beute (loot, swag, quarry). During this entire season, which started in early September, that was only the third time we came away as tailors (Schneider). It happens. By the way, German hunters, falconers and hawkers say, when no kill was made, that they “came away as tailors.” I have no idea why, but I’ll research that and get back to you.



Friday, December 3, 2021

Drückjagd: Ausrüstung

Am Wochenende sind wir auf unserer ersten Drückjagd als Schützen. Wir waren schon viermal Treiber, und wir freuen uns auf diese neue Gelegenheit, obwohl das Wetter absolut scheiße sein wird: Regen, Wind, Kälte (na ja, nicht "Kälte" nach Wisconsin-Standard). Es könnte sicher schlimmer sein, aber wir werden nass werden.

Was bringt man mit, wenn man auf Drückjagd geht? Da habe ich Verschiedenes gehört und gelesen. Einer sagt, nimm weniger mit, einer sagt, nimm mehr mit, denn schlimmstenfalls schleppst du Einiges unbenutzt wieder zum Auto. Aber was du nicht dabei hast, hast du halt nicht. Diese Empfehlung passt mir.

Also...am wichtigsten sind natürlich

  • Jagdschein und Schießnachweis
  • Gewehr und Munition
  • Wetterangepasste Kleidung

Aber was kommt noch in den Rucksack? Zwischen Tipps von anderen Jägern und der Kenntnis, was ich schon immer bei mir brauche, habe ich eine Liste erstellt. Und wie Santa, habe ich sie zweimal gecheckt.



Eine Decke & 1-2 Handtücher: Die kleine Decke kann ich wahrscheinlich lassen, aber die Handtücher brauche ich, um meinen Sitz, meine Büchse und weiß der Geier noch was zu trocknen.

Extra Handschuhe & Handwärmer: Wenn mein erstes Paar durchnässt ist, habe ich das nächste Paar bereit.

Gehörschutz: Ich schieße nicht ohne ihn.

Reisepass/Personalausweis: Wir kennen den Jagdpächter persönlich, aber in Deutschland gibt es eine Ausweispflicht.

Digitales COVID-Zertifikat der EU: Falls mein Handy oder die CovPass App nicht funktioniert, habe ich meinen Impfnachweis auch auf Papier.

€20: Jeder Schütze ohne jagdtauglichen Hund bezahlt €20 für den Unkostenbeitrag für Treiber, Hunde und Verpflegung. Wir waren schon Treiber. Wir wissen, was sie einbringen!

Plastikbeutel/Ziplock: Weil mein Rucksack nicht Wasserfest ist, tue ich alle meine Papiere da rein (Jagdschein, Reisepass, Impfnachweis, €20).

Taschentücher: Die habe ich sowieso immer dabei. Und Schnupfen, wenn man leise sein will passt nicht.

Extra signalfarbene Mütze und Kappe: Es wird nicht lange dauern, bis ich diese brauche, weil die ersten durchnässt sind. Danke, Exondo!

Sitzkissen: Ein Kissen ist es nicht wirklich, aber ein faltbares Ding, auf dem ich sitzen kann (der Sitz wird nass sein).

Messer: Man geht nicht ohne Messer auf die Jagd.

Ohnmachtssnickers, Müsliriegel, String Cheese, Wasser: Weil ich vorher nichts essen kann (hab einen nervösen Magen), muss ich etwas zum Vespern dabei haben.

Halsbonbons und Traubenzucker: Gegen Husten, trockenen Hals und Unterzuckerung. In Saarland habe ich gelernt, es dauert ca. 20 Minuten, um ein Halsbonbon zu lutschen. 

Fernglas: Braucht man, z.B. um das Wild anzusprechen.

Notizblock und Kuli: Für Notizen zum Schuss, Anschuss, Uhrzeit, usw. Wirst du dich nach "Hahn in Ruh" an alles noch erinnern, was wichtig ist? Ich als Jungjägerin verlasse ich mich nicht darauf.

Regenponcho: Wenn ich weiß, es wird trocken sein, dann brauche ich das nicht. Aber Regen ist dieses Wochenende angesagt, das ist sicher.

Extra Halstuch: Weil ich noch genug Platz habe.

Nasen-Mund-Schutz/FFP2 Maske: Weil es 2021 ist und wir noch mit Corona kämpfen, braucht man immer eine FFP2 Maske. Wir müssen sie beim Anmelden und zum Schluss tragen - wenn wir zusammen mit anderen sind, auch wenn wir Abstand halten.

UPDATE: Kabelbinder!! Hätten wir etwas geschossen, hätten wir unsere Marke mit einem Kabelbinder am Bein des Stückes festmachen müssen.

Andreas Bach (in Wild und Hund, "der bewegte Schuss") schreibt, "Viel Ausrüstung wird oft belächelt." Das ist mir egal. Frag aber nicht, was ich alles noch im Auto habe! 😉  Das Zeug kommt nicht mit auf dem Drückjagdstand, aber ich weiß, dass ich nach der Jagd auch alles habe, was ich vielleicht brauche (inklusive einen komplett Wechsel meiner Kleidung!). Nach der Jagd werde ich wissen, was überflüssig war.


Warum jagen wir? Damit wir gut essen können. Wir wollen unser Weihnachtsreh erlegen, weil Rehrücken mit Kräuternusskruste zu Weihnachten schon seit drei Jahren bei uns Tradition ist.



Weidmannsheil!!


Friday, October 29, 2021

Krähenbeizjagd

Anfang September war Hekate, der Harris Hawk (amerikanischer Wüstenbussard) unserer Falkner-Mentorin, soweit mit der Mauser fertig, dass sie mit der Krähenjagd beginnen konnte. Sie ist 4 Jahre alt und vom 5. Flug. Ihr erster Flug war die Jagdsaison nach dem Schlüpfen, bevor sie ein Jahr alt war. In dieser ersten Training-Saison ist der Beizvogel noch etwas unbeholfen, aber sie bekommt ihre ersten Erfahrungen mit der Beute, die sie später bejagen wird.


Hinweis: Die Fotos, die ich hier veröffentliche, sind nicht blutig oder grausam, aber einige zeigen einen Beizvogel, der Fleisch atzt (frisst) – entweder von der Beute, die er erlegt hat, oder vom Falkner zubereitet. So ähnlich wie das, was deine Katze aus dem Garten ins Haus mitbringt, wenn sie rausgehen darf.

Diesen Blogeintrag habe ich auch auf Englisch veröffentlicht.

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich mit Hekate und ihrer Falknerin unterwegs gewesen bin (2-3 Mal pro Woche), aber es ist jedes Mal ein unglaubliches Erlebnis! Manchmal bin ich die Fahrerin, die uns zwischen den verschiedenen Jagdgebieten hin- und herfährt, und ich habe öfters das große Privileg, Hekate auf die Krähen loszulassen, die wir erspäht haben. Die ersten beiden Male, die sie von meinem Handschuh aus geflogen ist, hat sie jeweils eine Krähe gefangen! Das war mein erstes Gefühl von "Jagdfieber" - nicht "the thrill of the kill", wie es unzureichend ins Englische übersetzt wird, sondern ein überwältigendes Gefühl der Emotion und Vollendung - auch wenn es Hekates Erfolg war! Ja, wir arbeiten als Team, und es kann sein, dass sie die Krähe nicht bekommt, weil ich einen Fehler mache, aber die harte Arbeit, die Krähe tatsächlich mit ihren Krallen zu packen und festzuhalten, ist ihre.

Hekate beim Manteln
"Meins! Nicht deins. Meins-meins-meins!!"

Nachdem die Falknerin den Beizvogel auf die Krähen geworfen hat, muss sie ihm helfen oder den Vogel zurückholen. Wenn Hekate ihre Krähe erwischt hat, muss die Falknerin dorthin rennen, wo sie auf ihrer Beute sitzt, und die Arbeit zu Ende bringen, da die ziemlich geschockte Krähe zu diesem Zeitpunkt nur "größtenteils tot" ist (danke, Miracle Max). Zu Beginn der Saison darf der Beizvogel so viel von der Krähe rupfen und atzen, wie er will. Das ist die Belohnung für eine gut gemachte Arbeit. Später kann sie durch einen kleineren Snack abgelenkt und von der Krähe entfernt werden (sie vergisst die große leckere Krähe, während sie den Snack verschlingt), so dass sie wieder jagdbereit ist.

Wenn Hekate die Krähe nicht erwischt hat (ein „Fehlflug“), ruft der Falkner sie mit einem Tidbit (Leckerbissen) auf dem Handschuh zurück. Manchmal ist der Tidbit (ein kleines Stückle Fleisch) nicht überzeugend genug, dann holt die Falknerin das unwiderstehliche Eintagsküken aus ihrer Tasche und legt es verlockend auf den Handschuh oder wirft es ein paar Mal in die Luft (um es wieder in die Tasche zu stecken, wenn Hekate auf dem Weg zum Handschuh ist). Hekate sieht das von dem Baum aus, auf dem sie gerade sitzt, auch wenn ich sie nicht sehen kann. Natürlich hoffen wir Falkner, dass Hekate erfolgreich ist und ihre Krähe erlegt, aber - und das kann ich gar nicht genug betonen - es ist eines der coolsten Dinge überhaupt, wenn dieser wunderschöne Beizvogel sich dazu entschließt, von einem gemütlichen Baum in der Ferne zu meinem Handschuh zurückzufliegen.

Aik und seine Falknerin

Hekate jagt eindeutig gern. Während wir Falknerinnen nach den Krähen suchen, sitzt sie nicht bloß auf dem Handschuh und döst. Mit ihren Adleraugen (hier ist Englisch besser: hawk-eyes!) kann sie weiter und besser sehen als wir, und sie streckt ihren Hals so hoch wie möglich, um über Hindernisse hinwegzusehen, und reckt den Hals, um um einen Baum oder ein Maisfeld zu gucken. Nach einem "Fehlflug" setzt sie sich wieder auf den Handschuh und fühlt sich vielleicht ein bisschen betrogen ("Ich dachte, das wäre ein leckeres Küken auf deinem Handschuh!"), aber sobald sie mit dem Stoß wackelt und sich aufplustert, wissen wir, dass sie wieder bereit ist.

"Komm doch, Mensch. Ich sehe Krähen!"

Ich fand es schon cool, mit einem Vogel auf Krähenbeizjagd zu gehen. Dann trafen wir Nina und ihren Harris Hawk Terzel, Aik. Er ist ein Halbbruder von Hekate, jünger und war noch unerfahren. Als ich das erste Mal mit ihnen unterwegs war, hat Nina Aik auf mehrere Krähen geworfen, aber er war nicht wirklich bei der Sache. Dann nahm ich ihn auf meinen Handschuh, damit er Hekate ein paar Mal beobachten konnte, und nachdem er vor Eifersucht auf ihre beiden Krähen gekrächzt hatte, schickte Nina ihn wieder los. Danach ist er gut geflogen und hat die Krähe fast erwischt und hat nicht so schnell aufgegeben. Beim zweiten Mal, als wir mit ihnen unterwegs waren, bekam Aik seine erste Krähe und durfte sich satt kropfen. Good bird!

"Ham will!!"



Erfolg! Falknersheil!!

Wir waren auch mit Ben und Ayla beizen, ein Harris Hawk, mit dem Ben arbeitet, während ihre Falknerin, Mina, sich von einer Krankheit erholt. Mina ist diejenige, die mich mit Hekate und ihrer Falknerin zusammengebracht hat! Ich hatte Mina über eine Facebook-Falknerei-Gruppe kennengelernt, als ich sie nach der Firma fragte, die ihre Voliere gebaut hatte. Und obwohl ich Mina noch nicht persönlich kennengelernt habe, habe ich zweimal Zeit mit ihrem Harris Hawk verbracht (das erste Mal war bei der Landesgartenschau)!

Ben macht Ayla fest
während sie denkt, "Meins! Meins-meins-meins!"


Wo gehen wir auf die Beizjagd? Obwohl die schlauen Krähen Schädlinge sind, die die meisten Menschen gerne loswerden möchten, können wir nicht einfach jagen, wo wir wollen. Hekate und ihre Falknerin haben die Erlaubnis, Krähen und gelegentlich Nilgänse oder Tauben in verschiedenen Revieren im Rheintal, bei Stuttgart und "hier oben", nicht weit von ihrem Wohnort entfernt, zu jagen. Wir brauchen diese schriftliche Jagderlaubnis zusammen mit unseren Falknerjagdscheinen, wenn wir in den Jagdgebieten unterwegs sind.

 

Wenn die Beizjagd für den Tag beendet ist, bringen wir Hekate zurück in ihre Voliere und sie bekommt eine saftige und federige oder pelzige Belohnung für ihre Bemühungen und/oder ihren Erfolg. Ihre Körpersprache und ihre Seitenblick zeigen, dass sie nicht gerne teilt. Kurz nachdem ich dieses Foto gemacht hatte, ließ sie ihre Flügel herunter, um ihre Belohnung zu verdecken, falls ich etwas für mich haben wollte.

Spoiler-Alert: Das hab' ich nicht.


Was machen wir mit den Krähen? Sie werden nicht einfach weggeworfen, sondern sind Nahrung für die Harris Hawks jetzt und während der Mauser! Wir nehmen sie aus, schneiden die Brüste heraus, die, wie mir Hekates Falknerin versichert, köstlich sein können, wenn sie richtig zubereitet werden, portionieren die verbleibenden Flügel, Beine, Schwanz und Brustknochen und frieren sie für später ein.


Aik und seine Beute
Foto von NM


Aus den Flügeln machen wir Federspiele, die wir zum Training nach der Mauser verwenden, und ich trockne zu diesem Zweck 2 Paar Flügel in unserem Keller. Oder Hekate bekommt einen aufgetauten Flügel, wenn sie etwas zum Spielen und Knabbern braucht, da sie ziemlich lange beim Rupfen beschäftigt ist, bevor sie an das Fleisch kommt. Der Stoß passt für ein kleineres Federspiel. Ein Greifvogel braucht auch Knochen für Kalzium, damit sein Verdauungssystem normal funktioniert und um seinen Schnabel zu kürzen. Indem Hekate mit Teilen der Krähe gefüttert wird, simuliert ihre Falknerin, wie sie sich in freier Wildbahn selbst versorgen würde.

Als unser Falknerkurs vor einem Jahr begann, war ich nicht sicher, welche Richtung ich mit der Falknerei genau einschlagen wollte. Jetzt weiß ich es aber ganz sicher. Die Krähenbeizjagd mit Harris Hawks ist so unglaublich faszinierend und belebend! Ich muss alle paar Tage früh aufstehen - in der Regel zwischen 5:00 und 6:00 Uhr - und das mache ich gerne. Ich freue mich auf jede Beizjagdgelegenheit!

Ich freue mich auch darauf, im nächsten Jahr unseren eigenen Vogel abzutragen, mit all den Herausforderungen, die das mit sich bringt, und schließlich mit Hekate, ihrer Falknerin und anderen Falknerinnen und Falknern auf die Beizjagd zu gehen. Ich habe Kontakt mit dem Züchter geknüpft, unser Antrag für die Baugenehmigung der Voliere ist beim Bauamt und wir haben letztes Wochenende einen Geländewagen (einen Suzuki Jimny) gekauft, in dem die Transportbox unseres Vogels passen wird.

Es gibt noch viel zu berichten!

Bis dahin…

FALKNERSHEIL!!


Aik und Hekate mit ihren Falknerinnen
nach einer erfolgreichen Beizjagd
Foto von NM


Translated with the help of Deepl and M.



Thursday, October 28, 2021

Crow hawking

At of the beginning of September our Falkner-mentor’s Harris hawk, Hekate, was through enough of the molt to start hunting crows. She is 4 years old and this is her 5th season. Her first season was the hunting season after she was hatched, before she was a full year old. In that first season the Beizvogel is a bit clumsy, but she gets her first taste of hunting the prey/quarry she will later focus on.


Notice: The photos I will post here are not gory or gruesome, but some will show a bird of prey eating meat – prepared by the falconer or the quarry it has killed. Sort of like what your cat drags in from the yard if it's allowed to go out.

This blog post will be published tomorrow in German.


I have lost count of the number of times I have been out with Hekate and her Falknerin (2-3 times per week), but it has been an incredible experience every time! I am sometimes the driver transporting us between the various hunting grounds, and I have also had the absolute privilege of launching Hekate at the crows we’ve spied. In fact the first two times she flew from my Handschuh (falconer’s glove), she caught a crow each! That was my first feeling of “Jagdfieber” – not the “thrill of the kill,” as it is inadequately translated into English, but an overwhelming sense of emotion and accomplishment – even though it was Hekate’s accomplishment! Yes, we work as a team, and she might not get the crow because of a mistake I make, but the hard work of actually grabbing the crow with her talons and hanging on to it is hers.

Hekate "manteling" her crow.
"Mine! Not yours! Mine-mine-mine!"


The falconer’s job, after launching the Beizvogel toward the crows, is to assist or retrieve the bird. If Hekate got her crow, the falconer has to dash to where she is sitting on her prey and finish the job since the rather shocked crow is at this point only “mostly dead” (thank you, Miracle Max). At the start of the season the Beizvogel gets to pluck and eat as much of the crow as she wants to. That is her reward for a job well done. Later on she can be distracted by a smaller snack and can be lifted off the crow (she forgets about the large tasty crow while swallowing the snack) so she is ready to hunt again.

If Hekate did not get the crow, the falconer calls her back with a tidbit on the glove. Sometimes the tidbit (a small piece of meat) isn’t quite enticing enough, so the falconer pulls out the irresistible day-old chick from her pocket and lays it temptingly on the glove or tosses it in the air a few times (to be stuffed back in the pocket when Hekate is on her way to the glove). Hekate sees this from whichever tree she has landed in even if I cannot see her. Of course we falconers hope Hekate will be successful and get her crow, but - and I cannot emphasize this enough – it is one of the coolest things ever when this beautiful bird of prey chooses to return to my glove from some obliging tree in the distance.

Aik and his Falknerin
photo credit: NM

Hekate clearly loves to hunt. While we falconers are searching for the crows, she isn’t just sitting there on the glove snoozing. With her hawk-eyes she can see farther and better than we can, and she stretches her neck as high as it goes to see over obstacles and cranes her neck to look around a tree or a corn field. After a Fehlflug (in which she missed the crow) she sits back on the glove feeling perhaps a bit cheated (“I thought that was a tasty chick on your glove!”), but once she waggles her tail and fluffs herself up, we know she’s ready again.

"Come on, human! I see crows!"


I thought it was cool enough going hawking with one bird. Then we met Nina and her Harris hawk tiercel (male), Aik. He’s a half-brother to Hekate, younger and less experienced. The first time I was with them Nina launched Aik at several crows but he was clearly not really committed. Then I took him on my glove so he could watch Hekate hunt a few times, and after cawing with jealousy at her two crows, Nina sent him out again. After that he flew well and nearly got the crow each time, not giving up so quickly. On his next time out, Aik got his first crow and was allowed to eat his fill. Good bird!

Aik: "I want soma dat!"


Success! Falknersheil!


We have also gone hawking with Ben and Ayla, a bird he is working with while her falconer, Mina, is recovering from an illness. Mina is the one who connected me with Hekate and her falconer! I'd met Mina through a Facebook falconry group when I asked her about the company who built her aviary. And although I have not yet met Mina personally, I've twice spent time with her Harris hawk!

Ben secures Ayla and finishes the crow
while Ayla thinks, "Mine! Mine-mine-mine!"


Where do we go hawking? Despite the clever crows and magpies being pests that most people - especially farmers - are happy to be rid of, we can't just hunt anywhere we like. Hekate has permission to hunt crows and the occasional goose, pigeon or magpie in several hunting grounds in the Rhine valley, near Stuttgart, and "up here," not far from where she lives. We need this written permission along with our Falknerjagdscheine (falconry licenses) to prove to an authority who might question us that we have permission from the hunter-tenant to hunt there with the bird.

When the hawking is finished for the day, we return Hekate to her aviary and she gets a juicy and feathery or furry reward for her efforts and/or success. Her body language and side-eye shows she doesn't like to share. Just after I took this picture she dropped her wings down to cover her prize in case I wanted some for myself.


Spoiler alert: I didn't.



What do we do with the crows? They are not just tossed away, they are food for the Harris hawks now and during the molt! We "field dress" them, cut out the breasts, which Hekate's falconer assures me can be delicious if cooked right, portion the remaining wings, legs, tail, head and breast bone and freeze them for when they're needed.

Aik and his Beute
Photo credit: NM

The wings can be used to make training lures, and I have 2 pairs of wings drying out in our basement for this purpose. After thawing one can also be given to Hekate when she needs a little something to play with and nibble on, since she spends a fair amount of time plucking it before getting to the meat. The Stoß (tail) can be used for a smaller lure. Raptors need bones as well for calcium, to keep their digestive system functioning normally and to help file their beak. By feeding Hekate parts of the crow, her falconer is simulating how she would be caring for herself in the wild.


Although I wasn't certain a year ago as our falconer class was about to start which direction exactly I wanted to take with falconry, I certainly know now. Crow-hawking with Harris hawks is so incredibly fascinating and invigorating! I have to get up early every few days - usually between 5:00-6:00 - which I do gladly. I look forward to every hawking adventure! 

I am also looking forward to training our own bird next year, with all the challenges that will bring, and eventually going out hawking with Hekate, her falconer and others. I've made contact with Hekate's breeder, our application for the building permit for the mews is at the Bauamt (building authority), and we've just bought a Geländewagen (a Suzuki Jimny) that our bird's transport box will fit into. 

There will be much to report!

Until then...

FALKNERSHEIL!!!


Aik and Hekate with their Falknerinnen
after a successful Beizjagd
Photo credit: NM